nachhaltiges Bauen im Bestand


Warum Nachhaltigkeit



Die gegenwärtige Situation des Wohnbaubestandes in Deutschland stellt sich als relativ eindeutig dar. Ungefähr ein Drittel der Bestandsbauten in Deutschland, gilt als sanierungsbedürftig. Wenn man sich die Baujahre der in Deutschland existierenden Wohnbauten ansieht, so erkennt man, das von allen existierenden Bauten ca. 75 % entweder vor dem Jahre 1948 oder in den Jahren 1948 – 1978 errichtet worden. Die Ursache hierfür liegt in den Zerstörungen der deutschen Großstädte nach dem Zweiten Weltkrieg. Seit 1948 wurde mit einem schnellen Wiederaufbau der deutschen Städte begonnen, wobei teilweise, insbesondere in den ersten Nachkriegsjahren mehr auf eine rasche Fertigstellung der Gebäude, als auf Qualität geachtet wurde. In den Folgejahren entwickelten sich zwar neue Baustoffe und Bauweisen, diese genügen jedoch nicht den heutigen Standards an Behaglichkeit und Wohnkomfort. Eine der wichtigsten Aufgaben des Baugewerbes in der Zukunft liegt also darin, den Großteil der in Deutschland existierenden Bauten den Standards der zukünftigen Bewohner und Nutzer anzupassen.

Ökonomischer Nutzen



Ein konkreter, wirtschaftlicher Nutzen für den Bauherrn ergibt sich, wenn man sich folgende, einfache Zahlen anschaut: Ein vor 1970 gebautes Wohnhaus verbraucht im Durchschnitt jährlich ca. 25 – 30 l Heizöl pro m² Wohnfläche, wohin gegen ein nach den Richtlinien der aktuell gültigen Energieeinsparverordnung errichtetes Gebäude nur ca. 6-7 Liter Heizöl pro m² Wohnfläche verbraucht. Sogar nur 4-7 Liter Heizöl pro m² Wohnfläche verbraucht ein nach dem heutigen, weitergehenden Stand der Technik errichtetes Wohngebäude. Dies wird insbesondere dann wichtig, wenn in Zukunft die Energiekosten weiter steigen. Bedenkt man dies, so bringt eine Modernisierung, trotz anfänglicher Investitionskosten oft bereits mittelfristig gesehen eine konkrete Ausgabenersparnis. Ins besonders eine langfristige, nachhaltige Sanierung und Modernisierung bewirkt nicht nur, dass die Energiekosten niedrig bleiben, sie sorgt darüber hinaus durch eine flexibel geplante Konstruktion in vielen Fällen auch dafür, das spätere Umbauten, aufgrund von Nutzungsänderungen kostengünstig durchzuführen sind. Objekte, die einfach umzubauen und umzunutzen sind, bieten auch für einen zukünftigen Käufer zur Nachnutzung einen ökonomischen Wert, da der Investitionsaufwand gering gehalten werden kann. Saniert man ein denkmalgeschütztes Gebäude, so gibt es zusätzlich Steuersparmöglichkeiten durch Abschreibungsmöglichkeiten. Darüber hinaus befinden sich viele städtische Altbauten oftmals in guten Lagen mit einer beständigen Mietpreisentwicklung, so dass in solchen Fällen eine solide Wertentwicklung des Bauobjekts zu erwarten ist.

nachhaltige Architektur
- Einflussfaktoren und Qualität -

 

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soziale Verantwortung



Im nächsten Jahrhundert wird eine globale Veränderung des Klimas erfolgen, die keine natürlichen, sondern menschliche Ursachen hat. Diese Veränderung, deren Folgen ihn Ihrem Ausmaß noch nicht abzuschätzen sind, wird unter anderem durch den zunehmenden Ausstoß an CO² hervorgerufen. Ursache hierfür sind unter anderem die enormen Energiemengen, die die Industriegesellschaften benötigen und bei deren Herstellung das CO² erzeugt wird. Weiteres Resultat dieses Energiebedarfs ist eine zunehmende Verknappung an nicht erneuerbaren Energieressourcen in den nächsten Jahrzehnten. Um also diesen Veränderungen in Zukunft entgegenzuwirken, muss Energie eingespart werden. Nach Schätzungen wird in Deutschland ca. 20 % des CO 2 Ausstoßes für die Herstellung und den Transport von Baustoffen und allein 30 % für den Betrieb der Gebäude verursacht. Aus diesen Werten wird ersichtlich, dass für einen verantwortungsvollen Umgang mit den in Zukunft zu Verfügung stehenden Ressourcen, der Energieverbrauch der Bestandsbauten in Deutschland deutlich gesenkt werden muss. Dieses Ziel darf jedoch nur ein Bestandteil der Auseinandersetzung mit Bestandsbauten sein, weitere Aspekte müssen innerhalb eines auf einander abgestimmten Gesamtkonzeptes erfolgen, um Lösungen zu erzielen, die langfristigen Wert haben.



rechtliche Anforderungen



Die Bundesregierung hat Rechtsgrundlagen geschaffen, um die Notwendigkeit zum Energiesparen auf gesetzlicher Ebene durchzusetzen. Seit 2002 ist die Energieeinsparverordnung in Kraft getreten, die als Nachfolge der Wärmeschutzverordnung umfassende Anforderungen an den zulässigen Energieverbrauch von Bestands- und Neubauten stellt. Neubauten- und wesentliche Umbauten- und Modernisierungen müssen zukünftig den Richtwerten der EnEV entsprechen. Darüber hinaus ist bei Verkauf oder neuer Vermietung, Verpachtung oder Leasing eines Gebäudes ein Energieausweis zu erstellen, der belegt, wie viel Energie ein Gebäude verbraucht. Langfristig plant die Bundesregierung eine Senkung des Energieverbrauchs bei Gebäuden um 80 %. Dies soll durch Gesetze, steuerliche Förderungen und Qualifizierung von Architekten und Handwerken erfolgen. Das bedeutet, dass nachhaltiges Bauen und Sanieren für den Bauherrn notwendig ist und sein wird, um bestehende gesetzlich Vorgaben der Bundesregierung zu erfüllen.
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