nachhaltiges Bauen im Bestand


Begriffe des Nachhaltigen Bauens


Energieausweis:

Bei Errichtung, Änderung, Erweiterung oder Verkauf von Gebäuden ist gemäß der Energieeinsparverordnung ein Energieausweis auszustellen. Man unterscheidet zwischen den verbrauchsorientierten Energieausweis, bei dem der tatsächlich angefallenen Energieverbrauch eines Wohngebäudes ermittelt wird und dem bedarfsorientierte Energieausweis, der eine rechnerische Prognose des voraussichtlichen Energiebedarfs erstellt.

Energieeinsparverordnung:

Die Energieeinsparverordnung löste die Wärmeschutzverordnung und die Heizungsanlagenverordnung ab und fasste sie zusammen. Ziel dieser Verordnung ist es, die ganzheitliche Planung von Gebäuden zu erreichen indem Anlagentechnik und Hülle eines Gebäudes aufeinander abgestimmt werden. Die aktuelle Version vom 1. Oktober 2009 ist Nachfolger ihre Vorgängerversion von 2007..

Denkmalschutz:

Ungefähr eine Dreiviertel Millionen Gebäude in Deutschland sind als Baudenkmäler unter rechtlichen Schutz gestellt. Ihre Erhaltung gilt dem Staat als Bewahrung eines Kulturgutes. Sie soll zu einem großen Anteil von privaten Investoren durchgeführt werden.
Bei der Sanierung sind zwar etliche Auflagen zu erfüllen, im Gegenzug dazu gewährt der Staat den Bauherren für ihre Tätigkeit deshalb aber Steuervorteile. Dass dies eine lohnende Anlage sein kann, zeigen etliche, hochwertige Sanierungen der letzen Zeit in deutschen Innenstädten.  Gefördert werden Einsparungen bei Sanierungskosten durch Abschreibungsmöglichkeiten oder durch Geltendmachung als Sonderkosten. Für Spitzenverdiener kann dies eine bis zu 35%-ige Ermäßigung des Kaufpreises bedeuten aber auch für Normalverdiener kann sich eine Investition lohnen.
Gefördert werden vom Staat neben Maßnahmen zum Erhalt alter Bausubstanz aber auch ausdrücklich Aufwendungen, die einen zeitgemäßen Nutzungsstandard sichern sollen, so zum Beispiel moderne Heiztechnik und die Anbringung von Balkonen.
Die geförderten Maßnahmen müssen vor Beginn des Bauvorhabens mit der zuständigen Denkmalschutzbehörde abgesprochen und genehmigt werden.
Prinzipiell sind auch Umnutzungen erlaubt, solange der ursprüngliche Charakter des Gebäudes erhalten bleibt.
Für die Planung- und Ausführungsarbeit stellt die Sanierung und Modernisierung denkmalgeschützter Bauten eine besondere Herausforderung dar. Bei einer energetischen Sanierung einer denkmalgeschützten Fassade zum Beispiel darf dass äußere Erscheinungsbild nicht verändert werden. Das bedeutet, das eine Innendämmung eingesetzt werden muss und  bei der Planung verstärkt darauf geachtet werden muss, Feuchtebildung durch Tauwasser  im Wandaufbau zu verhindert, da dies zu Schimmelbildung führen kann

.

Instandhaltung:

Unter Instandhaltung versteht man die Aufrechterhaltung des ursprünglichen Zustandes mit Hilfe von pflegenden, erhaltenen und vorsorgenden Maßnahmen.

Instandsetzung:

Instandsetzung ist der Ersatz nicht mehr brauchbarer, verschlissener Teile und die Behebung baulicher Mängel.

Modernisierung:

Durch die  Modernisierung wird der (Wohn)- wert eines Gebäudes erhöht. Modernisierungen können zum Beispiel  Maßnahmen zur Energieeinsparung (Wärmedämmung an Fassaden oder Dächern, Brennwertkessel), Bad(neu)einbau oder Schallschutzmaßnahmen sein. .

Ökobilanz:

Das Prinzip der Ökobilanzierung basiert auf dem Gedanken, den gesamten Lebenszyklus von der Rohstoffgewinnung und Aufbereitung über die Herstellung und Nutzung bis zum Recycling und zur Entsorgung zu betrachten. Des Weiteren werden alle mit dem Lebenszyklus verbundenen Umwelteinwirkungen, Ressourcenverbrauch sowie Naturraum Inanspruchnahme werden erfasst. Das gilt ebenso für Umweltbelastungen.
Eine Ökobilanz (engl. auch LCA – Life Cycle Assessment) bildet auch die Grundlage für eine Zertifizierung im Rahmen des Deutschen Gütesiegels Nachhaltiges Bauen -> DGNB.
Im Rahmen der Ökobilanzierung für das DGNB werden die Herstellung, die Nutzung und die Nachnutzung eines Bauobjektes betrachtet und bewertet..

Wärmebrücken:

Wärmebrücken sind Zonen der Außenbauteile eines Gebäudes bei denen ein besonders hoher Wärmeverlust auftritt. Sie verursachen erhöhte Energieverluste und niedrige Oberflächentemperaturen. Die Folge davon können Tauwasser- und Schimmelbildung sein. Wärmebrücken sollten konstruktiv behandelt und energetisch optimiert werden..

Zetifikate und Gütesiegel


DGNB
Das DGNB „Deutsches Gütesiegel für Nachhaltiges Bauen“ wurde seit 2009 an insgesamt über 80 Gebäude im In- und Ausland verliehen. Das DGNB Zertifizierungssystem wurde von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung entwickelt. Ca. 60 Kriterien fließen in die Bewertung mit ein, je nach Punktanzahl bei der Erfüllung dieser Kriterien erhält das bewertete Gebäude die Auszeichnungen Gold, Silber oder Bronze. Betrachtet wird jeweils der ganze Lebenszyklus.

LEED
Die LEED Leadership in Energy and Environmental Design ist ein in Amerika entwickeltes System zur Einteilung und Bewertung für Ökologisches Bauen. In der Version LEED v3 aus dem Jahre 2009 für Neubauten und größere Modernisierungen von Gewerbeimmobilien gibt es bis zu 110 Punkte zu verteilen und je nach Punktzahl Auszeichnungen Certified, Silver, Gold und Platinum zu vergeben.


 


gesamtkonzept-architekten-hannover-planung